| |
|
Der Kennedy Effekt
von Nikolaus B. Enkelmann, Enkelmann-Institut, Königstein*
Die 6 Persönlichkeitsgeheimnisse, die auch Sie zum Präsidenten machen können
Der Mythos Kennedy hat bis heute nichts von seiner Wirkung verloren. So natürlich Kennedy erschien, war er dennoch ein absoluter Profi auf seinem Gebiet. Er war ein Verführer, ein Bezauberer, ein Überzeuger, der seine Persönlichkeit voll für die Erreichung seiner Ziele einsetzte. Als „Idealist ohne Illusionen" hat er sich einmal bezeichnet. Er konnte die Herzen seiner Mitmenschen erreichen und im richtigen Au¬genblick seine Landsleute mobilisieren, weil er ihnen den Traum von einer besseren Welt vermittelte. Davon können wir noch heute lernen!
Kennedys Ausstrahlung kam nicht von ungefähr - er hat an sich gearbeitet, hat sein Potential entfaltet und seine Persönlichkeit zum Strahlen gebracht. Immer wieder hört man, dass seine Präsenz so gewaltig war, dass die Menschen in seiner Gegenwart wie elektrisiert waren. Wahre Verführer sprechen das Innere der Menschen an, appellieren an verlorene Ideale, überwinden Trennendes. Als die Amerikaner Ende der 50er Jahre feststellen mussten, dass von ihrem einstigen Pioniergeist kaum noch etwas geblieben war und sich eher Trägheit und Bequemlichkeit breit gemacht hatten, setzte Kennedy an diesen sensiblen Punkten an. Er konnte die Nation zu Taten bewegen und ihr verlorenes geistiges Gut wieder geben, in dem er ihr wertvolle Ziele anbot, Visionen vermittelte und den Zusammenhalt stärkte. An Erfahrungen anknüpfen, alte Erinnerung wieder beleben und mit einem neuen Geist beseelen - das weckt verloren geglaubte Emotionen. Kennedy war ein Meister auf diesem Gebiet.
Viele Präsidenten in den USA sind gekommen und gegangen, haben mehr oder weniger Geschichte geschrieben. Am meisten aber ist John F. Kennedy - trotz seiner kurzen Amtszeit - in Erinnerung geblieben. Nicht weil er der jüngste gewählte Präsident oder der erste mit römisch-katholischer Konfession war, sondern weil er eine unwiderstehliche Ausstrahlung besaß, die bis heute nichts an Kraft verloren hat. Und das, obwohl in der Zwischenzeit viel Negatives über ihn bekannt wurde.
Als Kennedy 1963 ermordet wurde, erstarrte nicht nur die USA, sondern die ganze Welt. Selbst heute - so viele Jahre nach seinem Tod - können sich noch viele Menschen genau daran erinnern, wo sie sich befanden oder was sie gerade taten, als sie die schreckliche Nachricht erreichte. Fragt man danach, was das Besondere an Kennedy war, dann werden vor allem genannt:
- Sein kühler Verstand in Krisenzeiten (z. B. Kuba, Berlin).
- Seine außergewöhnliche Fähigkeit, Menschen zu inspirieren und zu begeistern.
- Seine enormen rhetorischen und empathischen Fähigkeiten.
- Sein Mitgefühl und sein Engagement für Arme, Kranke und Alte.
Es gibt reichlich Literatur über Kennedy und den Kennedy Clan, so dass ich mich nicht mit einem weiteren Titel über die Lebensgeschichte in die lange Liste der Bücher einreihen möchte. Mir geht es darum, mich mit dem Mythos Kennedys zu befassen, aber mehr noch geht es mir darum, Ihnen am Beispiel von Kennedy zu zeigen, was möglich ist - auch für Sie:
1. Planen Sie Ihren Auftritt
Hätten Sie jemals gedacht, dass Kennedy gar nicht so gesund war, ja dass er sogar ein Stützkorsett tragen musste? Vermutlich haben Sie das erst später aus der Presse erfahren. Erinnern Sie sich an Kennedy, an seinen dynamischen Gang, an sein strahlendes Lächeln, seine lässige, aber gepflegte Kleidung? Immer sah er gesund und fit aus, sorgte dafür, dass seine Haut immer gebräunt war. Er sagte einmal: Es ist nicht so, dass ich besser aussehen will, aber ich fühle mich dann besser. Das blendende Aussehen gab ihm Selbstvertrauen und das Gefühl, gesund, stark und attraktiv zu sein. Dabei spielte sein Aussehen eher eine untergeordnete Rolle. Kennedy ging sparsam um mit seinen Gesten. Er wirkte durch seine Unbekümmertheit, durch seine Natürlichkeit und zugleich durch sein ausgeprägtes Selbstbewusstsein. Dass ihm ein Wunsch abgeschlagen wurde, das stellte er sich gar nicht einmal vor. Er war von sich überzeugt - und das überzeugte sein Umfeld. Was können Sie daraus lernen? Den eigenen Auftritt planen. Auf die äußere Erscheinung achten. Selbstsicherheit und -bewusstsein erarbeiten.
2. Haushalten Sie mit Ihren Ressourcen
Kennedy hatte - wie jeder Mensch - seine Eigenheiten. Beispielsweise machte er öfter am Tag ein Nickerchen, er duschte sich oft mehrmals am Tag und wechselte seine Kleidung. Lange Nächte waren nicht sein Fall. Auf diese Weise lud er seine Batterien immer wieder auf, was ihm den Anschein unerschöpflicher Energie verlieh. Was können Sie daraus lernen? Stressmanagement betreiben. Die eigene Energie nutzen.
3. Seien Sie sich Ihrer Wirkung bewusst
Kennedys Mutter hatte ihm beigebracht, sich gerade zu halten, sich richtig zu benehmen. Später war es Jackie, mit der er an seinem Redestil und seiner Vortragsweise arbeitete - mit großem Erfolg, wie wir wissen. Er entwickelte seinen ganz persönlichen überzeugenden Stil, der eine emotionale Verbundenheit schuf. Er eroberte die Herzen der Frauen. Er nutzte jede Gelegenheit, vor Publikum zu sprechen, ja er riss sich geradezu um solche Veranstaltungen. Was können Sie daraus lernen? Auf die Körpersprache achten. Sich die Kunst der Rhetorik zu Nutze machen.
4. Haben Sie persönliche "Stars"?
Kennedy las gerne Biographien, eiferte sogar Idolen nach, imitierte deren Gestik. Was können Sie daraus lernen? Von Vorbildern lernen.
5. Werden Sie zum Mittelpunkt vieler Netzwerke!
Er war ein Sunnyboy, der jede Party sofort in Schwung brachte. Er merkte sich die Namen der Anwesenden, hatte kleine Anekdoten parat, war charmant und an allem interessiert. Was können Sie daraus lernen? Kontakte pflegen. Das Namensgedächtnis trainieren.
6. Seinen Sie engagiert - In Ihrem Sinne!
Er glaubte an sich und vor allem daran, dass er seinen Leuten etwas geben konnte. Er besaß Zivilcourage und war bereit, sich für seine Sache voll einzusetzen. Er hatte eine Vision, eine Aufgabe, für die es sich lohnte zu leben. Was können Sie daraus lernen? Werte machen das Leben erst sinnvoll.
Was hat Kennedy mit mir zu tun, mögen Sie jetzt fragen. Ich behaupte - viel! Kennedy könnte zu Ihrem Vorbild werden, von dem Sie viel lernen können. In Ihnen steckt nämlich viel mehr als Sie vielleicht ahnen. Ich zeige Ihnen ein Beispiel, wie Sie sich selbst entdecken und Ihre Persönlichkeit entfalten können. Denken Sie an die augenblickliche Situation - sowohl bezogen auf unser Bildungssystem, mit dessen Auswirkungen wir ja alle Tag für Tag zu tun haben, wie auch Ihre persönliche Situation. Dann wird es darum gehen, den eigenen Standpunkt zu finden und Leitbilder festzulegen, an denen Sie sich orientieren können. Der Weg führt über die praktische Arbeit, beispielsweise Selbstanalyse und Rhetorik, zu Ihrem Ziel. |
Der Kennedy Effekt
Mit Charisma zu Macht und Einfluss
Enkelmann, Nikolaus B.
Hardcover, 220 Seiten, Format 14,5 x 21 cm
ISBN 3-8323-0904-7
Redline Wirtschafts-Verlag bei Ueberreuter Wirtschaft,
September 2002
Preis 20,00 Euro/sFr 34,00 |
|


|
|
|